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Atlantische und subkontinental Heiden in Norddeutschland

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Produktbeschreibung
Die trockenen Heiden des norddeutschen Flachlands werden im begrifflichen, kulturhistorischen, floristischen, pflanzensoziologischen, klimatischen und naturschutzfachlichen Kontext betrachtet. Nordwest- und nordostdeutsche Heiden unterscheiden sich stärker, als es in Lebensraumtyp-Übersichten und Anleitungen zum Biotopmanagement zum Ausdruck kommt. Werden (sub)atlantische und subkontinentale Heiden in gleicher Weise gepflegt, so lässt man kultur- und naturräumliche Eigenarten außer Acht. Während es die nordwestlichen Heiden als Ergebnis der Heidebauernwirtschaft bereits seit Jahrhunderten gibt, sind die nordöstlichen binnenländischen offenen Calluna-Heiden überwiegend infolge militärischer Nutzung während des letzten Jahrhunderts entstanden. Da sich Arealgrenzen typischer Heidearten und ihre ökologischen Optimalgebiete durch Klimaveränderungen verschieben, wachsen umso mehr Zweifel an der Übertragbarkeit mancher für atlantische Heiden bewährter Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen auf subkontinentale Heidegebiete. Die Erhaltung von durch Calluna dominierten Offenlandschaften ist maßgeblich von der Vitalität ihrer Leitart abhängig, die in subkontinentalen Heiden reduziert ist. In Zeiten des Klimawandels besteht daher dringender Forschungsbedarf zur Dynamik, Diversität und Variabilität der Calluna-Heiden entlang des Ozeanitätsgradienten. Die Differenzierung atlantischer und subkontinentaler Heiden sollte sich zukünftig in den Definitionen der FFH-Lebensraumtypen sowie bei Bewertungsgrundlagen und Managementmaßnahmen widerspiegeln.
89. Jahrgang 2014
Heft 3
Seitenbereich 110 - 117
DOI: 10.17433/3.2014.50153262.110-117