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Diversitätsverluste und floristischer Wandel im Ackerland seit 1950

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Produktbeschreibung
Basierend auf 392 vegetationskundlichen Wiederholungsaufnahmen aus der BioChange-Germany-Studie wurden die Auswirkungen der ackerbaulichen Intensivierung auf die Segetalvegetation untersucht. In der intensiv genutzten Ackerlandschaft Mittel- und Norddeutschlands kommen meist nur noch uniforme, an spezialisierten Taxa stark verarmte Segetalgesellschaften vor. Selbst viele Generalisten erlitten starke Verluste seit den 1950er- und 1960er-Jahren. Die regionalen Artenpools nahmen im Mittel um 23 % ab, die Artenzahl pro Aufnahmefläche im Feldinneren sank um 71 %. Grobe Hochrechnungen lassen für viele ehemals charakteristische Segetalarten Populationsrückgänge in Höhe von 95-99 % annehmen. Darüber hinaus zeigten stärker gefährdete Taxa eine ungünstigere genetische Struktur als weniger gefährdete Taxa; die genetische Isolation vieler Restpopulationen ist hoch. Auch die wenigen Ex-situ-Kulturen in botanischen Gärten besitzen ähnlich ungünstige genetische Strukturen. Das erklärte Ziel, die Biodiversitätsverluste in der Agrarlandschaft bis 2015 zu stoppen, muss daher als verfehlt angesehen werden. Innovative wirkungsvollere Ansätze zum Erhalt der Restbestände der Segetalvegetation sind dringend erforderlich.
89. Jahrgang 2014
Heft 9+10
Seitenbereich 392 - 398