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Wann bewegt sich die Nordseeküste?

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Produktbeschreibung
Mit dem Deichbau an der Nordseeküste fand der einst fließende Übergang zwischen Marsch, Watt und Meer ein Ende. Lineare Deiche trennen die besiedelte und von Land- und Wasserwirtschaft durchstrukturierte Küstenmarsch vom unbändig gebliebenen Wattenmeer. Während der Kulturraum in periphere Küstenabschnitte der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks zerfiel, avancierte der Naturraum durch trilaterale Kooperation zur ökologischen Einheit und zum Weltnaturerbe. Durch die globale Erwärmung wird das Meer immer höher schwappen, während die entwässerte Marsch weiter sinkt. Um nicht unterzugehen, müsste die Marsch mit dem steigenden Meer mitwachsen können, so wie es natürliche Salzwiesen tun. Das ginge nur durch einen Tabubruch: Sturmfluten spülen Sinkstoffe über abgeflachte Deichabschnitte in eine Marsch, wo Feriensiedlungen auf künstlichen Hügeln liegen oder gleich auf dem Wasser schwimmen. Statt Plage würde das Wasser zum Auslöser einer amphibischen Küstenkultur. Eine mitwachsende, wasserreiche Erlebnislandschaft würde dann mit einer sinkenden Agrarlandschaft konkurrieren. Nachhaltiger Tourismus könnte helfen, die scharfe Trennung von Kultur- und Naturlandschaft an der Nordseeküste aufzulösen.
89. Jahrgang 2014
Heft 12
Seitenbereich 534 - 539