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Raumnutzung und Habitatansprüche der Wildkatze in Deutschland

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Produktbeschreibung
Viele Telemetriestudien in Mitteleuropa zeigten eine enge Bindung der Wildkatze an meist laubholzgeprägte Waldlebensräume. Neue Studien belegen, dass offenlandgeprägte Kulturlandschaften mit nur geringem Waldanteil (2-23%) und in Entfernungen von bis zu 4km zu Waldlebensräumen alle Funktionen eines Wildkatzenlebensraums inklusive Reproduktion erfüllen können. Die Rohdatensätze besenderter Wildkatzen aus verschiedenen Telemetriestudien in Deutschland wurden methodisch einheitlich ausgewertet unter Einschluss von Wald- und Offenlandlebensräumen. Während Kater in beiden Lebensräumen 1200ha beanspruchen, weisen weibliche Wildkatzen im Wald einen Raumbedarf von 500ha und im Offenland von 200-300ha auf. In offenlandgeprägten Kulturlandschaften ist somit in kleineren Arealen hoher Strukturvielfalt mehr als bisher angenommen mit dem Vorkommen etablierter und reproduzierender Wildkatzenweibchen zu rechnen. Dieser erweiterte Kenntnisstand bedeutet für die Eingriffsbewertung, dass die streng geschützte Anhang-IV-Art der FFH-Richtlinie in größeren Räumen als bisher in der Eingriffsplanung berücksichtigt werden muss.
93. Jahrgang 2018
Heft 4
Seitenbereich 161 - 169
DOI: 10.17433/4.2018.50153565.161-169

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