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Umwelt-DNA bestätigt die Wiederbesiedlung und schnelle Ausbreitung der Rheingroppe in einem renaturierten Fließgewässer

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Produktbeschreibung
Mehr als 100 Jahre lang wurden weite Teile des Einzugsgebiets der Emscher (Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen) aufgrund bergbaubedingter Geländesenkungen als offen geführtes Abwassersystem genutzt. Nach dem Ende der Bergbautätigkeit wird im Zuge des wasserbaulichen Großprojekts "Emscher-Umbau" für mehr als 5 Mrd. $þ ein modernes Kanalsystem installiert, um die Abwässer unterirdisch den Kläranlagen zuzuführen und im Anschluss die Emscher und ihre Nebenläufe zu renaturieren. Die sich hierbei neu entwickelnden Ökosysteme sind spannende Fallbeispiele, um die Wiederbesiedlung durch Fließgewässerorganismen (z. B. Fische) mittels moderner, molekularer Methoden zu untersuchen. Im Rahmen dieser Studie wurde getestet, inwiefern Analysen von Umwelt-DNA (environmental DNA, kurz eDNA) genutzt werden können, um den Erfolg der Wiederansiedlung einer Fischart zu bewerten. eDNA-Untersuchungen erfordern nur eine Wasserprobe und keine invasive Beprobung z. B. über Elektrobefischung, daher ist die Methodik auch im behördlichen Kontext von Interesse. Als geeignetes Untersuchungsobjekt wurde die Rheingroppe (Cottus rhenanus) gewählt - ein kleiner, bodenbewohnender Süßwasserfisch, der sein Vorkommen in Teilen des nördlichen Rheineinzugsgebiets hat. Um das Ausbreitungspotenzial der Rheingroppe und die Auswirkungen horizontaler Gewässerbarrieren auf den Wiederbesiedlungserfolg besser verstehen zu können, wurde eDNA aus Wasserproben extrahiert und auf Vorhandensein der Rheingroppe getestet. Anhand der Ergebnisse konnten u. a. die Wanderbewegungen der Rheingroppe dokumentiert und Rückschlüsse auf die Gewässerdurchgängigkeit bzw. -struktur gezogen werden. Hierbei fand einmalig auch ein qualitativer Vergleich zur traditionellen Elektrobefischung statt.
95. Jahrgang 2020
Heft 8
Seitenbereich 358 - 363
DOI: 10.17433/8.2020.50153827.358-363