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2026. XI, 429 Seiten, kartoniert, 232mm x 155mm x 19mm
ISBN 978-3-17-044514-7

Zwischen unio und Taborlicht

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Produktbeschreibung
Die besonders produktive Rezeption deutscher Mystik, explizit auch Meister Eckharts, fällt im Russischen Imperium mit der allgemeinen kulturellen Glanzzeit um 1900 zusammen. Moderne Theosophie, Anthroposophie und die zweite Phase des russischen Symbolismus wirken als Gelenkstellen, die ein gemeinsames Interesse am Transzendenten, am Esoterischen und auch am Okkulten als Signum ihrer Zeit bedienen. Diese kulturelle Konjunktur ermöglicht beispielsweise M. Sabasnikovas Eckhartübersetzung (1912), wirkt zugleich nachhaltig auf die von Jakob Böhme und Meister Eckhart geprägte (exil-)russische Religionsphilosophie bei N. Berdjaev im frühen 20. Jahrhundert ein oder zeitigt literarische Blüten in Gestalt von V. Brjusovs symbolistischem Roman "Der feurige Engel" (1907/1908), der im Spannungsfeld zwischen Frauenmystik, Observanz und Hexenwahn angesiedelt ist.
Zusammengefasst lotet die Studie Transferbewegungen und Transformationen der deutschen Mystik(-tradition) in Russland um die Jahrhundertwende aus.
Der Autor
Jan Santner studierte Germanistik und Russistik in Freiburg und Moskau. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literaturwissenschaft, Abteilung Germanistische Mediävistik an der Universität Stuttgart.